NEUAUFLAGE: Zivilschutz & Konflikt im 21. Jahrhundert, Alexander Benesch

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Die aktualisierte Neuauflage 2017 mit allen wichtigen Infos zur neuen staatlichen "Konzeption Zivile Verteidigung"

Als die Bundesregierung im Sommer 2016 die neue „Konzeption Zivile Verteidigung“ (KZV) vorstellte und die Presse die Angelegenheit ausführlich behandelte, fielen die Bürger aus allen Wolken. Die meiste Aufmerksamkeit bekamen die sogenannten Hamsterkäufe, die im Notfall die eigene Versorgung sicherstellen sollen, bis der Staat im Zusam-menspiel mit der Industrie wieder ein ausreichendes Warenangebot ermöglichen kann. Zum ersten Mal seit Ende des Kalten Krieges wurde das Gesamtkonzept für die zivile Verteidigung überarbeitet und es geht um wesentlich mehr als um Mineralwasser und Dosenbohnen zuhause im Regal. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war das Interesse an Zivilschutz fast vollständig erlahmt und erst ab der Wirtschaftskrise 2008 kam wieder neuer Schwung in die Angelegenheit, wobei die Presse sich regelmäßig lustig machte über die „Untergangspropheten“, Pessimisten und Profiteure des „Geschäfts mit der Angst“. Im Fernsehen zeigte man bevorzugt skurrile Außenseiter, die ihre Keller zu Bunkern umfunktionierten und einsam auf den Untergang warteten. Jetzt, mit dem neuen KZV in den Medien, lacht allerdings niemand mehr. Die deutsche Regierung beschwichtigt, dass es keinen konkreten Anlass gegeben hat, das Konzept für Zivile Verteidigung zu modernisieren. Natürlich ist dieser Plan nicht über Nacht schnell von ein paar deutschen Bürokraten zusammengestellt worden, sondern basiert unter anderem auf dem neuen Weißbuch der Bundeswehr, welches wiederum auf einen größeren Verteidigungsplan der Europäischen Union und der NATO zurückzuführen ist. In den vergangenen Jahren hat die staatliche Zivilschutzforschung wichtige und teils dramatische Publikationen veröffentlicht, die praktisch kaum einem Bürger bekannt sind. Die Wissenschaftler haben bis ins kleinste Detail ergründet, dass die Deutschen sehr schlecht auf Krisen vorbereitet sind und im Ernstfall nur drei bis fünf Tage alleine durchstehen könnten. Die Zentrallager der Discount-Supermärkte sind in rund zwei Wochen leer, es sei denn, Stromausfälle, IT-Probleme und Plünderungen legen den Betrieb schon vorher lahm. Die staatliche Lebensmittelreserve des Bundes muss zu weiten Teilen erst bei Bedarf verarbeitet und transportiert werden. Außerdem ist die staatliche Reserve nur als kurzfristige Überbrückung gedacht. 

Die Zivilschutz-Szene hat speziell in den USA für ein Revival der wehrhaften Bevölkerung gesorgt, ist jedoch noch geplagt mit den typischen Marotten einer Szene.

Bohnen, Bibeln und Patronen sind nicht ausreichend, um der Zukunft zu begegnen. Schlechte Strategien und irrationale Überzeugungen tun ihr Übriges. Eine religiös begründete Ablehnung grundsätzlicher wissenschaftlicher Erkenntnisse und eine Ablehnung der künstlich beschleunigten Weiterentwicklung des Menschen können möglicherweise die „Prepper“ sehr schnell zu einer vom Aussterben bedrohten Spezies machen.

Viele Bücher zum Thema Zivilschutz sind schlichte Werke über Bohnen und Patronen, das Essen von Regenwürmern und Blättern, Plagiate von militärischen Feldhandbüchern, Blendwerke von anonymen Hochstaplern oder fragwürdige Bauanleitungen destruktiver Gegenstände.

In diesem Buch erfahren sie die besonderen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und wie sie jetzt für die Zukunft vorsorgen:

  • Die neuesten Konzepte für verdeckte und asymmetrische Kriegsführung sowie Aufstandsbekämpfung, insbesondere in städtischen Umgebungen
  • Die neuesten Waffentechnologien und Gegenstrategien
  • Das Zeitalter der Robotik und künstlichen Intelligenz
  • Die wichtigsten Gefahren der nächsten Jahre speziell für Deutschland
  • Bedrohungsmatrix: Wie sie die jeweilige Lage richtig bewerten und gute Entscheidungen treffen

 

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Kundenbewertungen für "NEUAUFLAGE: Zivilschutz & Konflikt im 21. Jahrhundert, Alexander Benesch"
03.05.2016

Insgesamt gut gelungen

Das Buch ist eher wie ein Magazin geschrieben mit vielen teils kürzeren Kapiteln.
Höhepunkte des Buchs sind in meinen Augen die sovjetischen Angriffspläne auf Deutschland und das Joel Skouson Interview auf Papier.
Eher enttäuschend war die Bedrohungsmatrix, die deutlich über Wert angepriesen wurde.

14.10.2015

Wie Sie sich als Bürger vor universell gewordenen Gefahrenlagen wirksam schützen

Wer verstehen möchte was Zivilschutz bedeutet und wie er diesen wirksam befolgen kann, muss Konflikte im 21. Jahrhundert zuvor verstehen. Das ist aber überhaupt nicht einfach, erfordert tiefgründige und ideologiefreie Analysen sowie komplexe Mustererkennung politischer Ereignisse.

Und hier ist der Autor einer der wenigen ausgewiesenen Experten im deutschsprachigen Raum. So zeigt der Autor den universellen Charakter von Krieg auf, der in unserer Zeit ein neues Verständnis benötigt welches jenseits der bloßen Vorstellung von verfeindete Armeen liegt. Heutiger Zivilschutz muss den auf vielen Ebenen asymmetrisch geführten Konflikten und Gefahrenlagen gerecht werden. Universell meint in diesem Zusammenhang:

- Cyberkrieg,
- Drohnen,
- Robotik,
- Verlust jeder Privatsphäre,
- biologische Waffen wie Viren und Gifte,
- atomare Gefahren,
- Spione und Informanten,
- Desinformation und Propaganda,
- verdeckte und indirekte Kriegsführung,
- Gangs und Widerstandsgruppen,
- Unterwanderung und psychologische Kriegsführung


Zivilschutz meint nicht nur die richtige Ausrüstung griffbereit zu haben, sondern auch die Gefahren zu verstehen, sie richtig einzuschätzen und entsprechend gute Entscheidungen zu treffen. So bespricht der Autor etwa auch eine hilfreiche Bedrohungsmatrix.

Wie die beiden Bücher des Autors zuvor ist ihm auch mit diesem Buch ein großer Wurf gelungen. Das Buch ist über 640 Seiten stark, liest sich flüssig und ist spannender als ein Thriller. Es sollte nicht verwundern, wenn es zu einem Kultbuch avanciert. Bis dahin ist dem Buch weiter Verbreitung bei den Bürgern zu wünschen, damit es seiner Intention gerecht werden kann: den Bürger zu helfen sich zu schützen.

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